Mo

30

Mär

2009

Früher ist besser

Was an der Mitteleuropäischen Sommerzeit nervt, ist das Jammern, dass die Mitteleuropäische Sommerzeit so nervt. Nachdem in der Nacht zu Sonntag die Uhren um eine Stunde nach vorn gestellt wurden, klagen wieder überall Menschen, dass ihr Biorhythmus aus dem Takt geraten sei, dass sie nicht mehr schlafen könnten und dass sie ständig müde seien. Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber wenn ich müde bin, gehe ich schlafen. Danach bin ich meistens wach.

Die Sommerzeit ist eine der besten mitteleuropäischen Erfindungen. Wer auf sie schimpft, der schimpft auch gern auf die Bahn, auf die Post, den Regen und all die anderen Dinge, die im Leben nicht ganz unwesentlich sind. Wahrscheinlich könnte man auch ganz gut ohne Sommerzeit zurecht kommen, aber die lauen Juniabende wären dann nicht so schön. Wenn man auf der Wiese Frisbee spielen würde, bekäme man andauernd die Scheibe ins Gesicht, weil es ja eine Stunde früher dunkel werden und man nicht einmal mehr die Hand vor Augen (geschweige denn eine Frisbee-Scheibe) sehen würde. Man würde Tom Buhrow und Carmen Miosga für immer als Fürsten der Dunkelheit in Erinnerung behalten, weil die Tagesthemen-Moderatoren nie Tageslicht zu Gesicht bekämen. Die Menschen, die jetzt über die Sommerzeit klagen, sitzen an lauen Juniabenden vor dem Restaurant und wünschen sich, dass es doch immer so lang so hell sein möge.

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