Do
19
Mär
2009
Auf dem Laufenden
Als ich zum ersten Mal begann, Tagebuch zu schreiben, schien die Sonne und das Thermometer zeigte 28 Grad. Es war der erste Eintrag in mein Lauftagebuch, in dem ich seit dem 14. August 1989 Tag für Tag notiere, wie weit ich gelaufen (und manchmal auch wie weit ich Rad gefahren) bin, wie schnell ich dabei war, ob es regnete oder stürmisch war, ob ich am liebsten ewig so hätte weiter laufen können oder ob ich der Meinung war, dass es am frühen Morgen bei Sonnenschein und 28 Grad im Schatten nicht sinnvollere Tätigkeiten gibt.
Gibt es einerseits natürlich schon – zum Beispiel für andere Menschen da zu sein. Andererseits gibt es nicht viele Dinge, die schöner sind, als am frühen Sonntagmorgen durch eine menschenleere Stadt zu laufen, nach einer Regenschauer den Wald zu riechen, einen Berg hinaufzulaufen. Endorphin is my Heroine. Das spürt man vor allem, wenn man auf Entzug ist.
Der letzte Eintrag in mein Trainingstagebuch liegt sechs Wochen zurück. Seitdem bin ich verletzt (was für mich früher eine Katastrophe gewesen wäre, nun aber nur eine kleine, blöde Sache, weil ich gerade zum zweiten Mal Vater geworden bin, was das Allerschönste ist). Jetzt beginne ich ein neues Tagebuch. Gerade jetzt, als ich den ersten Eintrag dieses Weblogs starte, scheint wieder die Sonne, und das Thermometer zeigt 6 Grad. Man könnte jetzt prima laufen, wie man bei jedem Wetter prima laufen könnte. Das ist ja das Schöne. Darum soll es in diesem Blog gehen: Das Laufen, die Familie und manchmal auch Gott und die Welt.
mattilohr
