Di

29

Sep

2009

Die Welle kommt

Den wahrsten Satz zum Bundestagswahlergebnis sagte der Sieger. In der Elefantenrunde bei ARD und ZDF wies der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle den Fragesteller Nikolaus Brender zurecht: "Angela Merkel verschenkt keine Stimmen, der Wähler verschenkt seine Stimme." Besser hätte es auch der Kabarettist Hagen Rether nicht formulieren können, der es nicht fassen kann, dass die Partei, die uns mit ihrem Deregulierungswahn die ganze Krise eingebrockt hat, nun von allen geliebt wird. "Das Vieh wählt seinen Metzger", sagt Rether.

Vielleicht markiert der 27. September den Beginn einer neuen Bewegung, die der Autor Wiglaf Droste schon vor Jahren ankündigte: "Als menschliches Antlitz des Kapitalismus ist Westerwelle eine Fehlbesetzung. Schon bald wird sich ein Aktionsbündnis 'Schwule gegen Westerwelle' formieren, denn Westerwelle unterminiert penetrant das positiv diskriminierende Vorurteil, Homosexuelle seien durch die Bank gut aussehend, stilvoll und charmant."

Immerhin gibt es schon eine Westerwelle-Hymne. Sie stammt von den Satirikern der NDR-Sendung "Extra 3".

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